LBV Kreisgruppe Freising

#wirlebenArtenvielfalt: Naturland und LBV für mehr Biodiversität in der Landwirtschaft

Gemeinsame Kampagne bindet Verbraucher*innen in die Rettung der Artenvielfalt und einer enkeltauglichen Landwirtschaft ein

 

Intakte Ökosysteme sind mehr als schöne Landschaften. Sie versorgen uns mit sauberem Trinkwasser, gesunden Böden und Räumen zur Entspannung. Ihre natürliche Vielfalt bildet die Grundlage unseres Lebens. Sie zu erhalten und dem dramatischen Artensterben vor unserer eigenen Haustür etwas entgegenzusetzen, ist eine dringliche Aufgabe, die Landwirtschaft und Naturschutz, Politik und Gesellschaft nur gemeinsam bewältigen können und müssen.

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Stunde der Wintervögel vom 8. - 10. Januar 2021

Weitere Informationen finden Sie hier

Vogel des Jahres

Unser Favorit, die Rauchschwalbe, hat es bei der Wahl zum Vogel des Jahres in die Endausscheidung geschafft.

Rauchschwalben in Freising

Rauchschwalben gehören zu den beliebtesten Vögeln, fast jeder kennt sie und freut sich, wenn sie nach einem langen Winter als Boten des Sommers zurückkehren. Sie brüten als Kulturfolger in der Nähe des Menschen, in Ställen auf dem Dorf, in Hauseingängen und Innenhöfen in der Stadt. In Stadt und Land sind sie zu Sorgenkindern des Naturschutzes geworden, wegen der Aufgabe vieler Tierhaltungen, zunehmender Hygieneanforderungen und des Schwundes an Nistplätzen besonders im städtischen Umfeld. So zeigen z.B. langfristige Bestandserhebungen in Stuttgart zwischen 1981 und 2016 einen Rückgang der Rauchschwalben - Brutplätze um ca. 50%.

 

Wie sieht es nun mit Brutplätzen in der Kernstadt Freising und ihren Ortsteilen aus? Diese Frage stellte sich die Gebäudebrütergruppe des LBV Freising und erfasste mit 10 Mitarbeitern die Schwalbenbestände in den Jahren 2018 bis 2020. 

Vorkommen von Rauchschwalben-Brutplätzen in der Kernstadt und in den Ortsteilen von Freising. Dargestellt ist die Anzahl an Brutplätzen in der Kernstadt (links, vor allem in Durchgängen und Parkgaragen) sowie in den Ortsteilen (rechts, hauptsächlich in Rinder- und Pferdeställen).

 

Zunächst zur Kernstadt: Hier fanden sich insgesamt 30 Brutplätze, davon 8 in Ein- und Durchgängen und unter Arkaden vor allem in der Unteren und Oberen Hauptstrasse. In einigen schwalbenfreundlichen Häusern sind Bretter zur Unterstützung des Nestes und zum Auffangen von Verschmutzungen durch die Jungtiere angebracht. 10 Brutplätze wurden in den großen Parkgaragen notiert. Typisch für die Rauchschwalbe ist in beiden Fällen, dass die Tiere im Innern von Gebäuden brüten, in denen sie ungehindert ein- und ausfliegen können. Die Flugkünste der Tiere sind besonders gut in der Unteren Hauptstrasse zu bewundern, wo sie nach Geschäftsschluss problemlos durch schmiedeeiserne Gitter fliegen, um zum Nest zu gelangen. Schließlich sind 12 Brutplätze auf einem Bauernhof und auf Versuchsgütern mit Rinderhaltung im Westen der Kernstadt zu finden, während andere Stadtteile wenige bis keine Nistplätze aufweisen. In der Regel finden sich nur ein bis zwei Nester pro Haus oder Hof.

Anzahl der Häuser oder Höfe mit Brutplätzen von Rauchschwalben in der Kernstadt und in den umliegenden Ortsteilen. Zu sehen ist, dass im Allgemeinen nur 1 – 2 Höfe pro Ortsteil Nistmöglichkeiten für die Rauchschwalbe bieten (Darstellung mit Google MyMaps).

 

Ein Blick in die Ortsteile Freisings (40 Dörfer, Weiler und Einöden) zeigt den Hauptlebensraum der Tierart. Rund 250 Brutplätze fanden sich in landwirt-schaftlichen Betrieben mit Rinderställen (61 % der Brutplätze) und in Reiterhöfen (31%). Hier sind die Ortsteile Altenhausen, Attaching und Lageltshausen führend, in denen jeweils mehr als 25 Brutplätze gesichtet werden konnten. Im Gegensatz zur Kernstadt waren in Bauernhöfen mit Rinderhaltung Kolo-nien mit einer Durchschnitts-Größe von 9 Brutplätzen zu finden, bei Reiterhöfen sogar von 15 Brutplätzen. Festzuhalten ist aber, dass meistens nur noch 1 bis 2 Bauernhöfe pro Ortsteil existieren, da viele Landwirte die Tierhaltung aufgegeben haben. In Gesprächen mit den Landwirten wurde klar, dass die extrem ortstreuen Tiere zwar noch einige Jahre nach Aufgabe der Tierhaltung in den alten Stall zurückkehren, bei Umnutzung des Stalles sich aber eine Konzentration der Schwalben auf die verbliebenen Höfe mit Tierhaltung vollzieht. Wie in der Stadt sind damit auch in den Ortsteilen die Brutplätze der Rauchschwalbe, hier durch das Höfesterben, gefährdet und die Nistmöglichkeiten auf wenige schwalbenfreundliche Häuser und Höfe beschränkt.

Neue LBV-Aktion "Naturschwärmer"

In diesem Jahr konnten kaum Veranstaltungen und Exkursionen stattfinden. Dennoch möchten wir Ihnen in diesen schwierigen Zeiten etwas positive Abwechslung bieten und Sie für Natur- und Nachhaltigkeitsthemen begeistern. Daher hat die LBV-Umweltbildungseinrichtung eine digitale Plattform geschaffen: www.naturschwaermer.lbv.de

 

Hier wird jeden Monat ein interessantes Thema aufgegriffen. Im November dreht sich alles um „Natur im Winter“, im Dezember um „Nachhaltige Weihnachten“ und im Januar wird das Thema „Vögel“ aufgegriffen. Auf der Seite sind Mitmachaktionen, Podcasts, Bastelanleitungen, Naturbeobachtungstipps, Videos, Challenges, Terminhinweise zu Veranstaltungen etc. zu finden. Zu den Themen Fledermäuse, Hecke und Müll steht bereits ein breites Angebot bereit.

 

Ein spezieller Wunsch unseres Vorsitzenden, Dr. Norbert Schäffer, ist es, die ältere Generation mit zu berücksichtigen. Durch die Kontakteinschränkungen sind es, neben Kindern, vor allem Senior*innen, die zur Zeit stark betroffen sind. Daher gibt es bei Naturschwärmer für die Generation 60+ einen Newsletter, der sich mit Naturbeobachtung vor der Haustüre beschäftigt:

Der Newsletter kann hier abonniert werden https://naturschwaermer.lbv.de/austausch/newsletter-1/

Der Anfang ist gemacht

Am Samstag, den 19.9.2020 erfolgte der erste Teil der diesjährigen Pflegeaktion auf der Brandstadlfläche. Damit haben wir diese 10 Hektar sprichwörtlich in unsere Hände genommen und wollen es zu einem artenreichen Biotop entwickeln.

 

Zu fünft haben wir begonnen zunächst im vorderen Bereich die Goldrute, hohes Gras und Weiden zu entfernen, damit Pflanzen, die nur auf mageren Standorten wachsen, dort eingesät werden können. Das sind die Pflanzen die in unserer Landschaft fehlen, weil sie als Unkräuter gelten und von der Landwirtschaft bekämpft werden. Aber genau auf diese Pflanzen sind viele unserer Schmetterlinge und generell heimische Insekten angewiesen. Fehlen diese Pflanzen, so gibt es keine Insekten und unseren Vögeln, Reptilien, Amphibien, usw. fehlt die Nahrung.

 

Es wird nicht einfach sein, aus einer Kiesgrube, die mit angeliefertem Aushubmaterial verfüllt und mit Schlämmsand aus dem Kieswerk abgedeckt wurde ein artenreiches Biotop zu entwickeln. Überließe man diese Entwicklung der Natur allein, so würde es Jahrhunderte dauern bis sich ein biologisches Gleichgewicht eingestellt hat. In der Endform wäre es dann Wald und kein guter Lebensraum für unsere Insekten.

 

Der Einsatz von schweren Maschinen, wie vielerorts praktiziert, ist nicht möglich weil der Boden nicht tragfähig ist und sich bei Feuchtigkeit wie Treibsand verhält. Also müssen die meisten Pflegearbeiten mit leichtem Gerät und händisch durchgeführt werden. Die UNB unterstützt uns dabei finanziell und hat bereits Aufträge an Landschaftspfleger erteilt. Aber es darf nicht vergessen werden, dass jede Pflege auch Schäden an der Flora und Fauna verursacht von der sich die Natur wieder erholen muss und damit den Pflegeeffekt schmälert. Deshalb wollen wir nur so viel pflegen wie unbedingt nötig und händisch ist am schonendsten für die Natur.

 

Nach 3 Stunden Pflege gönnten wir uns eine Brotzeit und genossen den strahlenden Tag. Dass wir trotzdem ins Schwitzen gekommen sind, beweist der Idas-Bläuling auf Susannes Hand, der nicht genug von den Schweißmineralien haben konnte. Übrigens, Schmetterlinge die Mineralien von der Haut oder vom Boden aufnehmen sind nur Männchen. Diese Mineralien werden bei der Paarung mit der Spermatophore an das Weibchen weitergegeben. Je mehr ein Männchen davon zu bieten hat desto attraktiver ist es für die Damenwelt.

 

Vielen Dank an Isabella, Susanne, Hildegard und Annya.

Euer Heinz Kotzlowski.

 

LBV Biotop Brandstadl

 

Aktivitäten der Kreisgruppe

Unsere Kreisgruppe besteht derzeit aus ca. 630 Mitgliedern und widmet sich dem Schutz und Erhalt der Natur im Landkreis Freising. Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen wir uns um 19:30 Uhr im "Raum der Begegnung" (Major- Braun-Weg 12, Raum E02) in Freising, um Beobachtungen und Erfahrungen auszutauschen. Über das ganze Jahr bieten wir Fachvorträge an und führen Exkursionen in die Natur durch. Unser Beobachtungsturm im Freisinger Moos steht auch Gästen zur Verfügung.

 

Falls Sie Interesse an einer Mitarbeit im Naturschutz haben, dann kommen Sie zu unseren Treffen und sprechen uns an. Wir würden uns freuen, Sie bei uns begrüßen zu dürfen, denn wir brauchen mehr Gleichgesinnte, die sich für unsere Natur einsetzen.

 

Auf dieser Internetseite stellen wir nicht nur unsere Aktivitäten vor, sondern versuchen auch Wissen und Anregungen zu vermitteln. Naturschutz zu praktizieren erfordert nicht unbedingt eine Zugehörigkeit zu einem Naturschutzverband. Aber Erfahrungen und Informationen eines großen Verbandes über bewährte Lösungen können Zeit und Geld sparen. Falls Sie auf unserer Seite keine Antwort auf Ihre Fragen gefunden haben, empfehlen wir Ihnen die Verbandsseite: lbv.de/ratgeber aufzusuchen.

 


Programm 2020
Flyer_LBV_2020_V4.pdf
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Aktuelle News aus dem Naturschutz

lbv-news.jimdofree.com Blog Feed

Stunde der Wintervögel 2021 - Nachmelden bis 18. Januar (Mo, 21 Dez 2020)
Kleiber Vom 8. bis zum 10. Januar zählte ganz Deutschland wieder Vögel: Die gemeinsame Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“  2021 von LBV und NABU hat jetzt schon Rekordergebnisse erreicht!  Haben Sie auch mitgemacht, Ihre Zählung aber noch nicht in unser Online-Formular eingegeben? Bis zum 18. Januar können Sie dies noch nachholen! Zur Stunde der Wintervögel
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Der LBV vor Ort in Bayerns Regionen

Wir sind flächendeckend in Bayern für den Naturschutz aktiv.

 

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