LBV Kreisgruppe Freising

Jahreshauptversammlung verschoben

Die Jahreshauptversammlung der LBV-Kreisgruppe Freising, die für den 1. Dezember vorgesehen war, muss pandemiebedingt verschoben werden. Neuer Termin für die Versammlung mit Neuwahlen des Vorstands ist für den April 2022 vorgesehen.

 

Die Brandstadlfläche ist auch ein Wiesenbrütergebiet geworden

Schon ein Jahr nachdem die Brandstadlfläche für Besucher gesperrt wurde, und eine Feuchtwiese neu angelegt war, hat sich ein Kiebitzpaar eingefunden und erfolgreich darauf gebrütet. Einst war der Kiebitz ein häufiger Brutvogel im Erdinger Moos, aber seitdem es dort nur ausgeräumte Ackerflächen gibt, findet er keine gegeigneten Brutplätze mehr. Das Flughafengelände ist eine Alternative, jedoch ohne Wasserstellen, was den Jungvögeln oft zum Verhängnis wird. Die Brandstadlfläche ist zwar klein, bietet aber Wasser, Schutz und Nahrung.

 

2021 haben wir die Wiesenfläche vergrößert und hoffen, dass nächstes Jahr der Kiebitz wieder kommt, oder vielleicht mehrere Paare. Die Krönung unseres Engagements wäre, wenn auch der Brachvogel darauf erfolgreich brüten würde.

Altvogel in Habachtstellung

Jungvogel in Deckung

Wahl zum Vogel des Jahres

Die Wahl zum Vogel des Jahres 2022 bietet 5 Kandidaten: Bluthänfling, Feldsperling, Mehlschwalbe, Steinschmätzer und Wiedehopf, die jeweils für ein dringendes Naturschutzthema stehen. Wir setzen uns für die Mehlschwalbe ein, die als Gebäudebrüter immer weniger Nistmöglichkeiten findet.

Mehlschwalben bauen ihre Nester geschützt an Hausfassaden. Ihre Nester aus Lehm haben die Form von Halbkugeln mit einem schmalen Einschlupfloch von kaum mehr als 2 cm Höhe. In der Freisinger Kernstadt finden sich nach Zählung unserer Gebäudebrütergruppe nur noch 38 Brutplätze, vor allem in Vötting (an einem Bauernhof) und in Lerchenfeld (dank eines Hausbesitzers, der viele künstliche Nester aufgehängt hat).

 

 

Glücklicherweise gibt es aber noch 40 Ortsteile in Freising, in denen insgesamt mehr als 230 Brutplätze gefunden wurden. Wie auf der Abbildung zu sehen ist, finden wir die Nester zu mehr als der Hälfte außen an Rinderställen und 8% an Pferdeställen. Diese Nistplätze werden auch noch einige Jahre nach Beendigung der Tierhaltung besucht, häufig, solange der Stall steht. 31% der Nester finden sich an Wohnhäusern, vor allem in Bauernhöfen. Zu denken gibt, dass pro Ortsteil häufig nur 1-2 Höfe mit Schwalbennestern zu finden sind, die dann durchschnittlich 10 Schwalbennester besitzen. Der Erhalt dieser Höfe ist also bedeutsam für Landwirtschaft und Naturschutz.

 

Bis zum 18. November kann die Mehlschwalbe unter folgendem Link gewählt werden: Vogel des Jahres

 

Insekten-Exkursion am Freisinger Buckl am 10.07.

Die Insekten-Exkursion der LBV-Hochschulgruppe führte uns gemeinsam mit unserem Experten Heinz Kotzlowski durch das besonders artenreiche Naturschutzgebiet Freisinger Buckl. weiterlesen

 

Arbeitseinsatz Brandstadl

Der Pfad um das LBV-Biotop am Brandstadl ist wieder begehbar. Benedikt, Bigna und Judith von der Hochschulgruppe haben kurz entschlosssen das Zurückschneiden der Büsche und der Goldrute übernommen. Trotz anfänglichen Regens war nach 3 Stunden der Pfad frei und die Sonne schien wieder. Herzlichen Dank an die Helfer. (Heinz Kotzlowski)

Exkursion am Hollerner See: Naturrefugium am Badesee

Die Echinger verfolgen gespannt die Entwicklung des Hollerner Sees und die Freunde des LBV Freising mussten über ein Jahr die vogelkundlichen Exkursionen entbehren. So konnten sich Günther Knoll und Dr. Christian Langebartels über ein großes Publikum, 36 Personen, freuen. Wir trafen uns am Samstag um 7 Uhr morgens noch im Nebel, um das Gebiet und seine Vogelwelt kennenzulernen. Christian Langebartels begleitet die Entwicklung des Hollerner Sees seit langem. Er erläuterte die verschiedenen Bereiche: den See und seinen Schilfgürtel, die Wildblumenwiesen, die Amphibientümpel und das Wäldchen. Dieses Mosaik aus Lebensräumen zieht auch eine Vielfalt von Vögeln an. Dank Günther Knoll konnten wir 38 Arten sehen oder hören, darunter mehrere, die laut Roter Liste Bayern gefährdet sind oder auf der Vorwarnliste stehen.

 

Artenliste: 

Graugans Ringeltaube Mönchsgrasmücke                                              
Schnatterente Buntspecht Gartengrasmücke  
Stockente Neuntöter Klappergrasmücke  
Tafelente Rabenkrähe Dorngrasmücke  
Reiherente Feldlerche Amsel  
Zwergtaucher Uferschwalbe Wacholderdrossel  
Haubentaucher Rauchschwalbe Singdrossel  
Kormoran Mehlschwalbe Star  
Turmfalke Kohlmeise Bachstelze  
Teichhuhn Zilpzalp Goldammer  
Bläßhuhn Gelbspötter Buchfink  
Mittelmeermöwe Teichrohrsänger Stieglitz  
Straßentaube Drosselrohrsänger    

Die Kreisgruppe Freising dankt Günther Knoll und Dr. Christian Langebartels sehr für eine spannende Führung, die sicher wiederholt werden wird. (Susanne Liebl)

NEU: das LBV-Naturtelefon

Ab sofort werden Ihre Fragen zu Tieren, Natur und Umwelt von unserem LBV-Naturtelefon beantwortet. Es ist von Montag bis Freitag, jeweils zwischen 9 - 13 Uhr unter 09174 4775 5000 besetzt.

 

Neuer Infokasten am Aussichtsturm

Die Hochschulgruppe-Freising im LBV hat auf dem Aussichtsturm im Freisinger Moos den alten Info-Kasten durch einen sehr schönen neuen ersetzt. Der Dank geht an Judith Kloiberhof und  ihre fleißigen Helfer.

Text + Foto: Kurt Scholz

LBV-Musterfutterstelle am Brandstadl

Die LBV-Musterfutterstelle im Goldachpark in Hallbergmoos musste 2018 einer Baustelle weichen. Sie stand nur 3 Jahre und hat trotzdem bewirkt, dass inzwischen in fast allen umliegenden Gärten Vögel im Winter gefüttert werden – das war auch ihr Zweck. Als neuer Standort für die LBV-Musterfutter-stelle wurde der Weg an der LBV-Fläche am Brandstadl gewählt. Dieser wird zwar viel begangen, weil er Hallbergmoos mit den Isarauen verbindet, aber das stört die Vögel nur kurzfristig. Die Futterstelle ermöglicht Beobachtungen aus geringerer Distanz als dies im Auwald der Fall wäre.

 

Der „Platzhirsch“ an der Futterstelle ist natürlich der Buntspecht. Um an die Sonnenblumenkerne zu gelangen hat er sich einen Amboss in die Stütze gehackt. Samen für Samen holt er aus dem Spender und entfernt in seinem Amboss die Schalen.

 

Die roten Früchte des Schneeballs und die des Pfaffenhütchens in direkter Umgebung ergänzen das Nahrungsangebot, wovon Rotkehlchen, Singdrosseln, Wacholderdrosseln und die Amseln profitieren. Weitere an der Musterfutterstelle beobachtete Vögel sind: Heckenbraunelle, Goldammer, Sumpfmeise, Buchfink, Grünfink und Kleiber.

Text + Fotos: Heinz Kotzlowski

Rauchschwalben in Freising

Rauchschwalben gehören zu den beliebtesten Vögeln, fast jeder kennt sie und freut sich, wenn sie nach einem langen Winter als Boten des Sommers zurückkehren. Sie brüten als Kulturfolger in der Nähe des Menschen, in Ställen auf dem Dorf, in Hauseingängen und Innenhöfen in der Stadt. In Stadt und Land sind sie zu Sorgenkindern des Naturschutzes geworden, wegen der Aufgabe vieler Tierhaltungen, zunehmender Hygieneanforderungen und des Schwundes an Nistplätzen besonders im städtischen Umfeld. So zeigen z.B. langfristige Bestandserhebungen in Stuttgart zwischen 1981 und 2016 einen Rückgang der Rauchschwalben - Brutplätze um ca. 50%.

 

Wie sieht es nun mit Brutplätzen in der Kernstadt Freising und ihren Ortsteilen aus? Diese Frage stellte sich die Gebäudebrütergruppe des LBV Freising und erfasste mit 10 Mitarbeitern die Schwalbenbestände in den Jahren 2018 bis 2020. 

Vorkommen von Rauchschwalben-Brutplätzen in der Kernstadt und in den Ortsteilen von Freising. Dargestellt ist die Anzahl an Brutplätzen in der Kernstadt (links, vor allem in Durchgängen und Parkgaragen) sowie in den Ortsteilen (rechts, hauptsächlich in Rinder- und Pferdeställen).

 

Zunächst zur Kernstadt: Hier fanden sich insgesamt 30 Brutplätze, davon 8 in Ein- und Durchgängen und unter Arkaden vor allem in der Unteren und Oberen Hauptstrasse. In einigen schwalbenfreundlichen Häusern sind Bretter zur Unterstützung des Nestes und zum Auffangen von Verschmutzungen durch die Jungtiere angebracht. 10 Brutplätze wurden in den großen Parkgaragen notiert. Typisch für die Rauchschwalbe ist in beiden Fällen, dass die Tiere im Innern von Gebäuden brüten, in denen sie ungehindert ein- und ausfliegen können. Die Flugkünste der Tiere sind besonders gut in der Unteren Hauptstrasse zu bewundern, wo sie nach Geschäftsschluss problemlos durch schmiedeeiserne Gitter fliegen, um zum Nest zu gelangen. Schließlich sind 12 Brutplätze auf einem Bauernhof und auf Versuchsgütern mit Rinderhaltung im Westen der Kernstadt zu finden, während andere Stadtteile wenige bis keine Nistplätze aufweisen. In der Regel finden sich nur ein bis zwei Nester pro Haus oder Hof.

Anzahl der Häuser oder Höfe mit Brutplätzen von Rauchschwalben in der Kernstadt und in den umliegenden Ortsteilen. Zu sehen ist, dass im Allgemeinen nur 1 – 2 Höfe pro Ortsteil Nistmöglichkeiten für die Rauchschwalbe bieten (Darstellung mit Google MyMaps).

 

Ein Blick in die Ortsteile Freisings (40 Dörfer, Weiler und Einöden) zeigt den Hauptlebensraum der Tierart. Rund 250 Brutplätze fanden sich in landwirt-schaftlichen Betrieben mit Rinderställen (61 % der Brutplätze) und in Reiterhöfen (31%). Hier sind die Ortsteile Altenhausen, Attaching und Lageltshausen führend, in denen jeweils mehr als 25 Brutplätze gesichtet werden konnten. Im Gegensatz zur Kernstadt waren in Bauernhöfen mit Rinderhaltung Kolo-nien mit einer Durchschnitts-Größe von 9 Brutplätzen zu finden, bei Reiterhöfen sogar von 15 Brutplätzen. Festzuhalten ist aber, dass meistens nur noch 1 bis 2 Bauernhöfe pro Ortsteil existieren, da viele Landwirte die Tierhaltung aufgegeben haben. In Gesprächen mit den Landwirten wurde klar, dass die extrem ortstreuen Tiere zwar noch einige Jahre nach Aufgabe der Tierhaltung in den alten Stall zurückkehren, bei Umnutzung des Stalles sich aber eine Konzentration der Schwalben auf die verbliebenen Höfe mit Tierhaltung vollzieht. Wie in der Stadt sind damit auch in den Ortsteilen die Brutplätze der Rauchschwalbe, hier durch das Höfesterben, gefährdet und die Nistmöglichkeiten auf wenige schwalbenfreundliche Häuser und Höfe beschränkt.

 

Aktivitäten der Kreisgruppe

Unsere Kreisgruppe besteht derzeit aus ca. 630 Mitgliedern und widmet sich dem Schutz und Erhalt der Natur im Landkreis Freising. Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen wir uns um 19:30 Uhr im "Raum der Begegnung" (Major- Braun-Weg 12, Raum E02) in Freising, um Beobachtungen und Erfahrungen auszutauschen. Über das ganze Jahr bieten wir Fachvorträge an und führen Exkursionen in die Natur durch. Unser Beobachtungsturm im Freisinger Moos steht auch Gästen zur Verfügung.

 

Falls Sie Interesse an einer Mitarbeit im Naturschutz haben, dann kommen Sie zu unseren Treffen und sprechen uns an. Wir würden uns freuen, Sie bei uns begrüßen zu dürfen, denn wir brauchen mehr Gleichgesinnte, die sich für unsere Natur einsetzen.

 

Auf dieser Internetseite stellen wir nicht nur unsere Aktivitäten vor, sondern versuchen auch Wissen und Anregungen zu vermitteln. Naturschutz zu praktizieren erfordert nicht unbedingt eine Zugehörigkeit zu einem Naturschutzverband. Aber Erfahrungen und Informationen eines großen Verbandes über bewährte Lösungen können Zeit und Geld sparen. Falls Sie auf unserer Seite keine Antwort auf Ihre Fragen gefunden haben, empfehlen wir Ihnen die Verbandsseite: lbv.de/ratgeber aufzusuchen.

 



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