LBV Kreisgruppe Freising

Die Hinweise zu den Veranstaltungen befinden sich hier.

Der Frühling ist nah! Rebhuhn-Monitoring 2026

Foto: Reiner Endriss

Rebhühner sind Jahresvögel und bleiben auch bei Eis und Schnee vor Ort. Im Winter sind die Paare mit dem nun erwachsenen Nachwuchs von 2025, manchmal auch mit fremden Vögeln, in sogenannten „Ketten“ zusammen. Sie leben dabei weitgehend von Pflanzen: die Blätter von Raps und Wintergetreide sind dann ihre wichtigste Nahrungsquelle. Ab Mitte Februar lösen sich die Ketten auf. Die Rebhühner sind bis Mitte März auf Partnersuche, die Hähne rufen und fliegen umher, um Partner zu treffen. Die Hennen wählen den Partner, welcher nicht aus der eigenen Kette stammt. Die Paarung findet erst deutlich später statt – zur Zeit der Eiablage im Mai.

 

Der Zeitraum Februar bis März ist sehr gut geeignet, um eine Übersicht über den Brutbestand von Rebhühnern zu gewinnen, und die Erfassung erfolgt bei uns im Landkreis Freising wie überall in Deutschland nach den Standards des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten. Was ist dabei zu beachten?

 

Es wurden bis zu 40 Zählrouten zwischen Freising und Garching in der offenen Agrarlandschaft gelegt, welche günstige Lebensraumstrukturen wie Blühflächen, Brachen, Niederhecken oder Altgrasstreifen von mehr als 20 m Breite beinhalten. Die Routen liegen meist auf Feldwegen, sind jeweils 1,0 bis 1,5 km lang und werden einmalig zu Fuß begangen. Dabei werden die charakteristischen Rebhahn-Rufe für 30 Sekunden mit einer Klangattrappe (App NaturaList, Bluetooth Lautsprecher) im Abstand von 150 bis 200 m abgespielt. Antwortet kein Hahn, wird die Klangattrappe nochmals für 30 Sekunden abgespielt. Alle Beobachtungen, akustisch und visuell, werden per App NaturaList oder auf einer Feldkarte dokumentiert. 

 

Abspielen der Klangattrappe mit dem Ruf eines Rebhahns mittels eines Bluetooth-Lautsprechers 30 Minuten nach Sonnenuntergang und entlang einer vorgegebenen Route, hier nahe Pulling. Die Rufe sind ca. 250 m weit zu hören.

Das Monitoring erfolgt in der günstigsten Tageszeit, nämlich 30 bis 60 Minuten nach Sonnenuntergang. Im Jahr 2026 beginnt der Beobachtungszeitraum am 11. Februar; an diesem Tag ist um 17.20 Uhr Sonnenuntergang. Rebhühner rufen in einem sehr kurzen Zeitraum nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang, um keine Greifvögel auf sich aufmerksam zu machen, für die das Licht in diesen Zeiträumen zu schwach ist.

 

Acht Kartierer aus Kreisgruppe und Hochschulgruppe des LBV Freising sind dann in den folgenden Tagen bis Ende Februar unterwegs (1 Route pro Kopf und Tag), um Doppelzählungen von herumfliegenden Hähnen möglichst zu vermeiden.

 

2026 ist schon das 4. Jahr, in dem im Landkreis Freising standardisiert Rebhühner erfasst werden, sodass die Bestandsentwicklung in unserer „Monitoring Initiative Freising“ sehr gut mit den Trends in Bayern und Deutschland verglichen werden kann. Im Bereich Eching – Neufahrn – Garching werden weiterhin alle Routen untersucht, wobei zusätzliche Routen im Bereich Garching gelegt wurden, während im Freisinger Moos das Monitoring auf Basis der Ergebnisse der vergangenen Jahre inzwischen nur für einzelne Routen stattfindet.

 

Text: Christian Langebartels und Dominik Richter

Der Vogel des Jahres 2026 im Landkreis Freising

Foto: Reiner Endriss

Das Rebhuhn (Perdix perdix L.) war früher einer der häufigsten Vögel der offenen Kulturlandschaft. Sein Bestand ist seit 1980 um ca. 85 % eingebrochen, was auf die reduzierte Artenvielfalt in der Agrarlandschaft, eine Ausweitung der Felder, erhöhten Pestizideinsatz und auf verstärkte Prädation zurückzuführen ist. Mit seinen hohen Lebensraumansprüchen steht das Rebhuhn stellvertretend für viele Arten der Feldflur wie Feldlerche, Grauammer, Schafstelze sowie Insekten, Feldhamster und Feldhase. Wie sieht nun der Bestand des Rebhuhns im Landkreis Freising aus?

 

In unserer „Monitoring-Initiative Freising“ (Trappe et al. 2025) wurde erstmals das Offenland im südlichen Landkreis zwischen Freising und Garching systematisch erfasst. Das Gebiet umfasst das Freisinger Moos (Grünland mit Ackerland) sowie die flachgründigen Böden der Garchinger Schotterzunge im Münchner Norden mit intensiv bewirtschafteten Äckern, Wiesen sowie einem Biotopverbund. Hier finden sich die Naturschutzgebiete (NSG) „Garchinger Heide“, „Echinger Lohe“ sowie „Mallertshofer Holz mit Heiden“, wobei vor allem das NSG "Garchinger Heide" wegen seiner Vielfalt von Flora und Fauna mitteleuropäische Bedeutung besitzt. Das gesamte Monitoring-Gebiet umfasst ca. 80 Quadratkilometer und stellt das südlichste Gebiet des deutschlandweiten Projekts „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern“ in Deutschland und Bayern dar (Trappe et al. 2025).

 

Die Rebhuhn-Kartierung erfolgte nach den Standards des bundesweiten Rebhuhn-Monitorings durch den Einsatz von Klangattrappen mit Rufen von Rebhähnen in der günstigsten Jahres- und Tageszeit, nämlich von Ende Februar bis Anfang März, jeweils 30 bis 60 Minuten nach Sonnenuntergang. Dafür wurden 40 Routen auf Feldwegen angelegt, die jeweils 1,0 bis 1,5 km lang waren und auf denen die charakteristischen Rebhahn-Rufe im Abstand von 150 bis 200 m abgespielt wurden. Insgesamt waren in den Jahren 2023 bis 2025 15 Kartiererinnen und Kartierer von Kreisgruppe und Hochschulgruppe des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz Freising im Einsatz.

 

Die untenstehende Abbildung stellt die Rebhuhn-Nachweise in diesen 3 Jahren im Umfeld der einzelnen Routen dar. Im Bereich Eching – Neufahrn – Garching wurden jährlich alle Routen untersucht, während das Monitoring im Freisinger Moos ab 2024 nur für jede 2. Route stattfand.

 

Es zeigte sich ein fundamentaler Unterschied in der Anzahl rufender Hähne zwischen dem Freisinger Moos und dem Biotopverbundgebiet Münchner Norden. Im Süden waren 2023 von 21 Routen zehn mit rufenden Rebhähnen zu verzeichnen (also 48 %), im Norden fand sich auf 19 Routen nur eine mit Nachweis (5 %). Diese Unterschiede konnten auch in den Folgejahren festgestellt werden:

 

  • im Freisinger Moos (Grünland mit Ackerland) zeigten sich geringe Rebhuhn-Dichten und
  • in Biotopverbundgebiet (Ackerland mit vereinzelten ungenutzten Flächen, Brachen oder Blühflächen) konnten mittlere Rebhuhn-Dichten mit 2,12 Rufnachweisen pro 100 ha Agrarfläche festgestellt werden.

 

In diesem Gebiet entspricht die Dichte im Jahr 2025 der durchschnittlichen Dichte in den 10 Rebhuhn-Projektgebieten in Deutschland mit 1,96 gewerteten Rufnachweisen pro 100 ha Agrarfläche (Trappe et al 2025). Die deutschlandweit höchste Dichte lag im hessischen Projektgebiet Gießener Land und Wetterau (4,32), während die Gebiete Göttingen (Niedersachsen), Hessisches Ried (Hessen), Marsch und Geest (Schleswig-Holstein), Oberfranken (Bayern) und Thüringer Becken (Thüringen) Werte zwischen 2 und 3 aufwiesen. Die in unserem Landkreis festgestellten Werte sind also durchaus noch ausbaufähig.

 

Für alle 3 Jahre bestätigte sich der deutliche Unterschied zwischen dem Freisinger Moos und dem Biotopverbund-Gebiet, wobei auf 2 Routen im Freisinger Moos ein Anstieg der Rufnachweise von 1 auf 4 sowie von 0 auf 3 erfolgte. Diese beiden Routen grenzten direkt an den südlichen Teil des Projektgebiets, welcher in allen Jahren hohe Werte aufwies, mit einem Spitzenwert auf einer Strecke zwischen Eching und Neufahrn mit 11 Rebhühnern. Es ist also eine Wanderung von Individuen aus dem Biotopverbund-Gebiet in den auch ackerbaulich genutzten südlichen Teil des Freisinger Mooses anzunehmen. Insgesamt ist festzustellen, dass die dortigen hohen Rebhuhndichten sehr nahe an den Gemeinden (quasi „vor der Haustür“) und an viel befahrenen Straßen, Autobahnen und Bahnstrecken liegen und meist einzelne, teils auch sehr kleine, Brachen, Blühflächen oder Kiesgruben beinhalteten.

 

Wie in anderen Gegenden Deutschlands schwankt die Rebhuhn-Population, gemessen an der Anzahl an Rufnachweisen pro 100 ha Agrarfläche, bis zu einem Faktor 2. Das Jahr 2024 erwies sich als „sehr starkes“ Rebhuhnjahr (Trappe et al. 2025). Die Kenntnis dieser Schwankungsbreite ist wichtig, wenn zusammen mit den Kooperationspartnern Heideflächenverein und Landschaftspflegeverband Freising neue Brach- und Blühflächen angelegt werden und deren Auswirkung auf den Rebhuhnbestand im Landkreis bewertet werden soll.

 

Trappe, J., Böhnlein, E. & Gottschalk, E. (2025): Ergebnisse des Rebhuhn-Monitorings 2025, Dachverband Deutscher Avifaunisten.

https://www.dda-web.de/downloads/dda/bericht_rebhuhnmonitoring_2025.pdf

 

Text: Dominik Richter und Christian Langebartels

 

 

Vergleich der Rebhuhn-Nachweise auf den Routen im Freisinger Moos und im Biotopverbund-Gebiet zwischen Eching, Neufahrn und Garching in den Jahren 2023, 2024 und 2025. Die Anzahl der Nachweise ist in den gelben Kreisen in der Reihenfolge der Jahre dargestellt, z.B. bei der nördlichsten Route mit 0, 0 und 3 Nachweisen für die Jahre 2023, 2024 und 2025. Nullzählungen sind an kleinen gelben Kreisen ohne Ziffern zu erkennen. Im Freisinger Moos wurden die rot dargestellten Routen nur im Jahr 2023 mit negativem Ergebnis begangen.

 

 

LBV bei den Gartentagen 2025 in Weihenstephan

Am 10. und 11.Mai fanden in Freising / Weihenstephan die erneuerten Gartentage bei bestem Wetter statt. Der Andrang war riesig. Am Stand des LBV Freising ging es vor allem um den „vogelfreundlicher Garten“ und Gebäudebrüter (Schwalbe, Mauersegler, Spatz …). Wir freuten uns über sehr viel Interesse von und tolle Gespräche mit den Besuchern. Acht Mitglieder der KG Freising engagierten sich bei der Klärung von Garten- und Vogelfragen. Sie hatten viel zu tun.

 

Übrigens: die Anmeldung für die Auszeichnung „vogelfreundlicher Garten“ ist weiter möglich ( Anmeldung vogelfreundlicher Garten) !

 

Text: Susanne Liebl

Fotos: oben Susanne Liebl, unten Pi Besgen

Bericht zu den Exkursionen „Heimische Brutvögel“

Kalt war es bei den beiden Exkursionen am 10. Und 11. Mai, doch die Eisheiligen konnten weder die Teilnehmer abschrecken noch die Vögel, die sich an der Amper bei Thonstetten und tags darauf an der Isar bei Hangenham sehen ließen. Vor allem aber auch hören. So verriet sich der Wendehals ebenso durch seine Stimme wie Schilfrohrsänger oder Gelbspötter. Zu den Höhepunkten zählten ein Halsbandschnäpperpaar, das wir beim Einzug in seine Nisthöhle beobachten konnten, sowie ein brütender Flußregenpfeifer und ein fütterndes Kleinspechtmännchen.

 

Die Liste de beobachteten (A = Amper), (I = Isar):

 

Zwergtaucher (A), Kormoran, Graureiher, Silberreiher (A), Weißstorch (A), Höckerschwan, Graugans, Nilgans (I), Stockente, Schnatterente (A), Reiherente (A), Gänsesäger, Rohrweihe (A), Rotmilan, Mäusebussard, Turmfalke, Fasan, Teichhuhn (A), Blesshuhn (A), Flussregenpfeifer (A), Mittelmeermöwe, Ringeltaube, Eisvogel (A), Kleinspecht (I), Buntspecht, Schwarzspecht (I), Grünspecht (A), Wendehals (A), Mauersegler, Mehlschwalbe (I), Rauchschwalbe, Baumpieper (A), Bachstelze, Gebirgsstelze, Hausrotschwanz (I), Rotkehlchen, Amsel, Singdrossel, Teichrohrsänger (A), Sumpfrohrsänger, Schilfrohrsänger (A), Feldschwirl (I), Mönchsgrasmücke, Gartengrasmücke, Dorngrasmücke (A),Zilpzalp, Gelbspötter (A), Sommergoldhähnchen (I), Zaunkönig, Gartenbaumläufer (A), Kleiber, Grauschnäpper (I), Halsbandschnäpper (I), Neuntöter (I), Kohlmeise, Blaumeise, Sumpfmeise, Eichelhäher, Pirol, Star, Rabenkrähe, Saatkrähe (A), Kolkrabe (A), Buchfink, Grünfink, Stieglitz, Haussperling, Feldsperling (A), Heckenbraunelle, (A), Rohrammer (A), Goldammer

 

Text: Günther Knoll

 

Fotos: Gudrun Ponse

Neue Naju-Gruppe

Die NAJU Freising hat derzeit eine aktive Familiengruppe. Die Gruppe der Kleinspechte richtet sich an Kinder von 2 bis 5 Jahren gemeinsam mit ihren Eltern. Einmal im Monat (außer in den Ferien und in der Regel an einem Sonntag) erkundet die Gruppe gemeinsam die Natur. Bei Fragen vorab meldet euch gerne bei Inken Dirks-Gang, Mobil: 0157 3313 6437 oder unter Kindergruppe-freising@naju-bayern.de.

Aktivitäten der Kreisgruppe

Unsere Kreisgruppe besteht derzeit aus ca. 630 Mitgliedern und widmet sich dem Schutz und Erhalt der Natur im Landkreis Freising. Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen wir uns um 19:30 Uhr im "Raum der Begegnung" (Major- Braun-Weg 12, Raum E02) in Freising, um Beobachtungen und Erfahrungen auszutauschen. Über das ganze Jahr bieten wir Fachvorträge an und führen Exkursionen in die Natur durch. Unser Beobachtungsturm im Freisinger Moos steht auch Gästen zur Verfügung.

 

Falls Sie Interesse an einer Mitarbeit im Naturschutz haben, dann kommen Sie zu unseren Treffen und sprechen uns an. Wir würden uns freuen, Sie bei uns begrüßen zu dürfen, denn wir brauchen mehr Gleichgesinnte, die sich für unsere Natur einsetzen.

 

Auf dieser Internetseite stellen wir nicht nur unsere Aktivitäten vor, sondern versuchen auch Wissen und Anregungen zu vermitteln. Naturschutz zu praktizieren erfordert nicht unbedingt eine Zugehörigkeit zu einem Naturschutzverband. Aber Erfahrungen und Informationen eines großen Verbandes über bewährte Lösungen können Zeit und Geld sparen. Falls Sie auf unserer Seite keine Antwort auf Ihre Fragen gefunden haben, empfehlen wir Ihnen die Verbandsseite: lbv.de/ratgeber aufzusuchen.



Aktuelle News aus dem Naturschutz

lbv-news.jimdofree.com Blog Feed

EU-weite Kampagne #HandsOffNature startet neue Petition (Mo, 02 Feb 2026)
Key Visual für Stunde der Gartenvögel 2024 Auf EU-Ebene droht die nächste Angriffswelle auf Natur- und Umweltstandards. Schon Anfang September 2025 haben Sie gezeigt, was möglich ist: Als die EU-Kommission fragte, ob Umweltgesetze aus Gründen der „Effizienz“ geschwächt werden sollen, sind viele von Ihnen aktiv geworden. Dieser Druck hat Schlimmeres verhindert! Aber: die "Vereinfachung" von Natur- und Umweltschutzgesetzen geht weiter. Damit die Deregulierung nicht unbemerkt vorangetrieben wird, startet das europäische #HandsOffNature-Bündnis eine neue Petition. Helfen Sie mit und geben Sie der Natur Ihre Stimme! Jetzt mitmachen!
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