Eins

Frühjahrsblüher-Exkursion in die Garchinger Heide und Echinger Lohe am 20.3.

Am 20.3. fand unsere Exkursion in die Garchinger Heide und die Echinger Lohe statt. Wir konnten bereits einige Frühjahrsblüher erkennen wie Seidelbast, Aronstab und Wald-Gelbstern sowie Schneeheide und Küchenschelle - wobei die Vegetation noch nicht ganz so weit war, wie wir es uns erhofft hatten. Dennoch verbrachten wir bei tollem Wetter eine schöne Zeit miteinander und konnten uns untereinander auch interessante Beobachtungen erklären. Was uns besonders gefreut hat, sind die vielen Radfahrenden gewesen, die sich mit uns gemeinsam von Freising aus auf eine einstündige Radtour begeben hatten.

 

Schön, dass Ihr alle dabei ward & wir freuen uns auf weitere gemeinsame Aktionen mit Euch!

 

 

zwei

Exkursion Sekundärlebensraum Kiesgrube ins Brandstadl

Am Samstag, den 28.05. fand unsere Exkursion „Sekundärlebensraum Kiesgrube“ im Brandstadl statt. Geführt wurden wir von unserem Experten und dem Gebietsbetreuer der Fläche, Heinz Kotzlowski.

 

Seit dem Erbau des Sylvensteinspeichers und der verstärkten Nutzung der Wasserkraft verlor die Isar immer mehr ihrer natürlichen Dynamik. Bei Hochwasser finden kaum noch Umlagerungsprozesse des Grobmaterials statt. Offene, besonnte, kiesige Flächen, die einer Vielzahl an Arten als Lebensraum dienten, sind dadurch verschwunden.

 

Nachdem der Bereich des Auwalds ausgebeutet war, erstand die Abbaufirma benachbarte Bereiche des Brandstadls. Im Zuge dessen verpflichteten sie sich, nach der Ausbeutung des Rohstoffes das Gebiet wieder in einen guten, naturnahen Zustand zu überführen. Aufgrund des nahegelegenen Flughafens durfte wegen drohenden Vogelschlags aufsteigender Wasservögel die Wasserfläche nicht zu groß ausgebildet werden – daher die heutige Form des Biotops am Brandstadl, eine Halbinsel.

 

Nachdem die zehn Hektar große, ehemalige Kiesabbaufläche vom LBV mit Unterstützung des Naturschutzfonds erworben wurde, war aber noch viel Arbeit notwendig. Die Ehrenamtlichen der Kreisgruppe werteten mit unermüdlicher Arbeit die inzwischen verbuschte Halbinsel wieder auf. Sträucher und Goldrute wurden zurückgedrängt sowie eine artenreiche Wiese angelegt. Viele Arbeiten gestalteten sich mühsam, da es aufgrund des verfüllten Materials nach wenigen Zentimetern unmöglich wird, weiter in den Unterboden vorzudringen. Jedoch hat sich die eingebrachte Zeit und Energie absolut gelohnt. Die Fläche ist inzwischen ein wichtiges Durchzug- und Rastgebiet für die Avifauna, insbesondere Wasservögel werden magisch angezogen. Auch brüten im Schilfgürtel und am Waldrand eine Vielzahl von Vögeln wie zum Beispiel der Drosselrohrsänger. Und die besonnten offenen Stellen werden von etlichen Insekten sowie Amphibien und Reptilien bewohnt.

 

Sehr gut gefallen hat uns die große Nistwand im Auwald für Uferschwalben, von denen wir auch einige Tiere beim Jagen und Anflug gut beobachten konnten. Normalerweise nisten Uferschwalben in beispielsweise durch vom Hochwasser geschaffenen Abbruchkanten und Steilwänden an Flüssen wie der Isar, hier nehmen sie die Brutwand als Sekundärhabitat gut an.

 

Bei genauem Hinsehen entdeckt man immer wieder, wo ehemals Kies abgebaut wurde. Das aufgeschüttete Abraummaterial unterschiedlichen Ursprungs, mit einer Mächtigkeit von 7 – 8 Metern aufgetragen, wurde durch das Befahren mit Baumaschinen verdichtet. Dies führt dazu, dass viele Gehölze des Auwalds, insbesondere Tiefwurzler, mit einem Alter von 20 – 25 Jahren beginnen abzusterben. Deshalb werden diese Bäume in absehbarer Zeit keine Chance haben, alt zu werden und wichtige Höhlenstrukturen auszubilden.

 

Unweit der Nistwand der Uferschwalben befand sich eine Biberburg. Hier erfuhren wir auch Interessantes über die Lebensweise des Bibers, der sich im Verlauf des Jahres sein Zuhause an die sich verändernden Umweltbedingungen anpasst. Vor der Burg blühte Sumpf-Schwertlilie und auf dem Wasser entdeckten wir unter anderem Blässhühner, Reiherente und Haubentaucher.

 

Ein wenig weiter des Wegs gab es einen Bienenstock zu bestaunen, welcher sich in einem waagrecht aufgehängten Baumstamm befand – nach dem Abnehmen einer Scheibe am Ende des Stamms konnte man die dort arbeitenden Honigbienen durch eine Plexiglasscheibe beobachten. Diese Art des Imkerns führt aufgrund des besseren Mikroklimas zu weniger Ausfällen im Bienenvolk.

 

Anschließend verließen wir den Auwald wieder und begaben uns auf eine Rundreise um die Halbinsel. Der eigens dafür freigeschnittene Weg dient dazu, das Betreten der Fläche in der Mitte und andere Störungen zu minimieren. Gleichzeitig soll er dem interessierten Besuchenden oder Erholungssuchenden einen freien Blick auf die Wasserfläche, das gegenüberliegende Schilf mit den dort brütenden Vögeln und die Fläche in der Mitte gewähren. Hier entdeckten wir auch einige spannende Schlanklibellen, welche sich auf sonnenbeschienen Pflanzen aufhielten.

 

Anschließend begaben wir uns noch auf die große Freifläche. Hier gab es verschiedene Pflanzen zu bestaunen, unter anderem einzelne Knabenkräuter sowie verschiedene Gräser wie Seggen und Binsen, viele Blütenpflanzen wie die Kuckuckslichtnelke, aber auch Echten Dost, diverse Schmetterlingsblütler, Akelei und eine Lupine. Gut konnte man auch Tagfalter, wie die besonders wertgebende Art den Idas-Bläuling beobachten, die sich in einer beachtlichen Zahl hier befanden.

 

Zum Abschluss saßen wir noch bei Getränken und Kuchen zusammen und ließen die Exkursion Revue passieren. Wir freuen uns sehr auf weitere gemeinsame Unternehmungen mit Heinz Kotzlowski wie die Nachtfalter-Exkursion und bedanken uns sehr für die schöne Zeit.

 

Unsere Beobachtungen an Pflanzen und Tieren sind auch unter folgendem Link zu sehen: iNaturalist

 

(Text u. Fotos: Stefan Kreitmeier, LBV Hochschulgruppe Freising)